Urlaub am Lago Maggiore

Tiefblaues Wasser, umgeben von üppig-grünen Parks, hohen Bergen, wilden Kastanienhainen, engen Uferstraßen und hübschen Städtchen – das ist der Lago Maggiore, der mit einer Wasseroberfläche von 212,5 km˛ zweitgrößte See Italiens. Der 66 km lange und bis zu 10 km breite See liegt zu 80% in Italien, die restlichen 20% gehören zum Gebiet der Italienischen Schweiz.

Der Lago Maggiore liegt in einem Tal und wird von hohen Bergen umgeben, die gleichzeitig für ein angenehm mildes Klima sorgen. Malerische Bergdörfer kleben förmlich an den Hängen und laden zu Entdeckungsfahrten ein. Einen atemberaubenden Blick über den See und die Uferstädte bieten der Berg Mottarone bei Stresa sowie der Sasso del Ferro bei Laveno. Eine lange Tradition besitzen hier die Handwerksbetriebe, die die Bewohner der kargen Bergdörfer ernährten und heute beliebte Mitbringsel herstellen. Der einstige Reichtum der Bewohner des Lago Maggiore ist auch heute noch spürbar, denn die langen Uferstraßen werden von prächtigen Palazzi und Villen gesäumt, umgeben von üppigen Parks und Gärten. Der einstige Glanz des 18. und 19. Jahrhunderts erhält mit den Jahren eine eigene Patina und verleiht den Gebäuden einen ganz eigenen Reiz, der auf ausgedehnten Rundfahrten erlebt werden kann. Die Botanischen Gärten der Villa Taranto und der Villa Pallavicino stehen Besuchern offen. Die Villa Ducale in Stresa, die Villa Casanova in Pallanza und die Villa de Marchi in Intra sind dagegen aus kunsthistorischer Sicht interessant.

Die Geschichte des Lago Maggiore reicht weit zurück in die Vorgeschichte und die Antike, als der See noch Verbanus hieß und von verschiedenen Völkern besiedelt wurde. Erste wichtige Spuren hinterließen die Römer. Das 12. Jahrhundert war durch einen langen Kampf zwischen den Familien Torriani und Visconti gekennzeichnet, aus dem die Visconti schließlich siegreich hervorgingen. Ab dem Jahr 1441 konnte jedoch die Familie Borromeo ihren Einflussbereich auf den größten Teil des Sees ausweiten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts fiel das Gebiet rund um den Lago Maggiore schließlich an die Habsburger.

Bereits seit 1826 existiert eine Passagierschifffahrt auf dem Lago Maggiore. Rundfahrten über den See zählen auch heute noch zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Auch die Borromäischen Inseln, die ihre einzigartige Schönheit der Familie Borromeo verdanken, sind ein beliebtes Ausflugsziel für Schifffahrten auf dem Lago Maggiore. Die Isola Bella ist die prächtigste der drei Inseln und beherbergt den Palast der Borromäer mit einer reichen Gemäldesammlung. Die Isola Madre zeichnet sich dagegen durch ihren Botanischen Garten aus, auf der Isola dei Pescatori kann ein ursprüngliches Fischerdorf erlebt werden.

Die wohl schönste Stadt an den Ufern des Lago Maggiore ist Stresa mit ihren mondänen Luxushotels und den Belle-Epoque-Villen. Dringt man jedoch weiter in das Innere der Stadt vor, so zeigen sich auch hier die typischen engen Gassen, die kennzeichnend für alle großen und kleinen Städte rund um den See sind. Insbesondere Verbania und Arona konnten ihren mittelalterlichen Charakter bewahren. Von der Frömmigkeit der Bewohner zeugen die zahlreichen romanischen Kirchen; bedeutende Renaissancekirchen befinden sich in Pallanza und Cannobio. Das Innere der Sakralgebäude beherbergt nicht selten wertvolle Gemälde von Künstlern wie Morazzone, Bramantino und Bernardino Luini. Eine bedeutende Gemäldesammlung präsentiert auch das Museum im Palazzo Dugnani in Pallanza.